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Die Baugeschichte von Burg Falkenstein ist kaum erforscht, folglich kaum konkret fassbar.

Unter den Domvögten aus der Familie der Grafen von Bogen oder deren Nachfolgern als Domvögten den Herren von Hohenfels dürften die ältesten noch stehenden Teile der Anlage entstanden sein. Es handelt sich dabei um den Bergfried, der auf dem höchsten Punkt des steil abfallenden, den Ort um 60 m überragenden Granitkegels, errichtet wurde. Auch der daran anschließende kleine Wohnbau, die „Heimlichen Leiten“ und Teile der Hauptmauern dürften aus dieser Zeit stammen.

Die Mauern des Bergfrieds sind unten gut 2,60 m stark, innen geschoßweise 3 mal abgesetzt und oben mit einem Zinnenabschluß versehen.

Aus der Zeit um 1200 bzw. dem frühen 13. Jahrhundert scheint die Ummauerung der Hauptburg samt den Innenwänden des nördlichen Wohnbaus zu stammen, des weiteren der Bergfried mit seinem palasartigen Anbau, der kurz nach dem Turm errichtet wurde. In die Zeit um 1350 fällt eine archivalisch fassbare Erneuerung der Burg unter Wolfhart den Satzenhofer, die allerdings im Baubestand nicht deutlich greifbar ist.

Vor 1428 wurde die Wehrhaftigkeit verstärkt, indem die Hauptburg einen Zwinger mit der „Weiberwehr“ erhielt und die Vorburg stärker ummauert wurde. Weitere Baumaßnahmen folgten im 15. Jahrhundert und 1580, konzentrierten sich aber auf die Wohnbauten.

Die Burg im 17. JahrhundertIm frühen 17. Jahrhundert vermutlich unter den Khuen von Belasy erfolgte ein schlossartiger Ausbau der Anlage. Am Hauptflügel im Nordwesten und vermutlich auch im Westen wurde ein heute noch zweistöckig erhaltener Arkadengang errichtet. Zeitgleich entstand auch der ursprünglich viergeschossige Erker an der Süd-Ost-Ecke, von dem heute nur noch zwei Geschoße erhalten sind. Auch der vorspringende Torbau stammt aus dieser zeit und ist mit dem Allianzwappen Khuen-Belasy/Nothafft versehen.

1634 wurde die Burg von den Schweden niedergebrannt, umbauten aus dieser Zeit dürften mit den Wiederherstellungsarbeiten im Zusammenhang stehen. Unter den Törring wurde nach 1664 die Schlosskapelle angebaut.

Bereits im frühen 18. Jahrhundert wurde die Brug von der Herrschaft nicht mehr ständig bewohnt und so setzte im späten 18. Jahrhundert der Verfall der Anlage ein. Ende des 19. Jahrhunderts wurden wegen der Verschlechterung des baulichen Zustands die steilen Satteldächer, weite Teile des 3. Obergeschosses und der Großteil des Erkers an der Südostecke abgebrochen. Im Anschluß erhielt die Burg die flachgeneigten Pultdächer, die noch heute das Bild prägen.

Burginnenhof Mitte des 20. JahrhundertsNachdem die Gebäude während des 20. Jahrhunderts nur immer mehr sanierungbedürftig wurden, erwies sich die Schenkung an den Markt Falkenstein im Jahr 1976 für den Fortbestand der Burg als Glücksfall. In enger Zusammenarbeit von Gemeinde, dem Kuratorium „Rettet die Burg“ und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege konnte die gesamte Anlage 1975 – 1978 grundlegend saniert und einer neuen Nutzung zugeführt werden. Heute wird die Burg als Museum, Festspielort, und Standesamt genützt. Die Burggaststätte bietet vom feinsten Menü oder Buffet bis zum rustikalen Rittermahl alles was das Herz begehrt. Für Hochzeiten, Geburtstagsfeiern, Betriebsfeiern, Kommunionen usw. ist sie bestens vorbereitet.

Quellen:

  • Internetauftritt - Das Haus der Bayerischen Geschichte www.hdbg.de/burgen
  • Pfarrer Josef Heigl, Geschichte von Falkenstein/Opf. und Umgebung, 21954, Seiten 7-33
  • Fachvortrag Geschichte und Baugeschichte der Burg Falkenstein im Lichte neuer Forschungsergebnisse anlässlich der Sonderausstellung „Bergfried, Weiberwehr & Ritterspiel“ Geschichte(n) von Burg Falkenstein im Jahre 2002 durch Dr. Bernhard Ernst aus Bamberg.